"Der auf dem Gesetz der Identität beruhende
Syllogismus ist die Form der Folgerung in der westlichen Logik, während die
Chinesen die Analogie anstelle der Folgerung verwenden."
Das chinesische System der
Logik, wenn wir es überhaupt ein System nennen wollen, beruht nicht auf dem
Gesetz der Identität.
...............Das chinesische Denken aber legt keinen Nachdruck auf Ausschließlichkeit,
sondern betont vielmehr die Beziehungsqualität zwischen oben und unten, gut und
schlecht, etwas und nichts. Alle diese Bezugspunkte (relatives) werden als
voneinander abhängig gesehen. In einem Satz wie "Etwas und nichts erzeugen sich
gegenseitig; das Schwierige und das Leichte ergänzen sich gegenseitig; das Lange
und das Kurze sind wechselseitig aufeinander bezogen; das Vorne und das Hinten
begleiten sich wechselseitig" haben wir eine Logik ganz anderer Art vor uns.......................
Die Chinesische Teekultur ist bereits über 2000
Jahre alt und damit die weltweit älteste. Japan hat seine Teekultur von China
übernommen und im Laufe der Zeit verfeinert. Auch in China gibt es eine eigene
Teezeremonie, die übersetzt Teekunst (茶艺)
genannt wird. Nach der massiven Unterdrückung der öffentlichen Teekultur während
der Kulturrevolution und der Schließung vieler Teehäuser ist sie heute aber nur
noch im Süden und Westen Chinas und auf Taiwan wirklich verbreitet. Das
Teetrinken hat sich jedoch bis heute unverändert in den Familien erhalten, wobei
die meisten Chinesen ausschließlich ungesüßten grünen Tee trinken.
Der chinesische Tee wird vor allem im Süden des Landes angebaut. Der grüne
Tee kommt aus den ostchinesischen Provinzen Zhejiang, Anhui und Fujian, der rote
Tee aus der Provinz Yunnan, der Oolong-Tee aus Fujian oder Taiwan, der gelbe Tee
aus Hunan und der schwarze Tee aus Sichuan und Yunnan.
In China unterscheidet man im Wesentlichen sechs Teesorten:
Lǜ chá (绿茶)
- grüner Tee
Hóng chá (红茶)
- roter Tee (im deutschen schwarzer Tee)
Wūlóng chá (乌龙茶)
- Oolong, halbfermentierter Tee
Bái chá (白茶)
- weißer Tee
Gui chá - bedufteter Tee
Fang chá - gepresster Tee
Geschichte
China ist das Mutterland des Teeanbaus. Wann damit genau begonnen wurde,
lässt sich jedoch nicht nachweisen. Sicher ist, dass es bereits im Jahr 221 v.
Chr. eine Teesteuer gab. Die chinesische Teezeremonie wurde nie so stark
verfeinert und überhöht wie in Japan, dafür ist sie stärker in der gesamten
Bevölkerung verwurzelt.
Während der Tang-Dynastie (618-907) wurde Tee vom Adel und von Gelehrten
getrunken. In dieser Zeit begannen auch die Mönche in buddhistischen Klöstern
damit, während ihrer oft stundenlangen Meditationen Tee zu trinken, unter
anderem, um wach zu bleiben. Dieser Brauch soll zuerst im Lingyang-Kloster
auf dem Berg Taishan eingeführt worden sein und sich von dort ausgebreitet
haben. Nach einiger Zeit begannen die Klöster, selbst Tee anzubauen. In der
Tang-Dynastie erschien auch das weltweit erste Buch über Tee, verfasst von Lu Yu,
der als Waise in einem buddhistischen Kloster aufwuchs. Er hatte den Beinamen
"Der Gott des Tees". In dieser historischen Phase begann der Tee-Export ins
Ausland, zunächst nach Japan und Korea.
In der Song-Dynastie übernahmen die Familien der Oberschichten das
Teetrinken. Es wurden Teewettbewerbe eingeführt, um die besten Teesorten des
Landes zu ermitteln. Gleichzeitig wurde die Kunst des Teekochens verfeinert. In
der Zeit der Yuan-Dynastie breitete sich der Tee in der gesamten Bevölkerung
aus. Während der Ming-Dynastie begründete dann Zhu Quan, der 17. Sohn des
Ming-Kaisers Hongwu, der ein zurückgezogenes Leben als Einsiedler führte, eine
neue Schule der Teekunst.
Früher gab es auch sehr viele öffentliche Teehäuser in China, die jedoch
während der Kulturrevolution schließen mussten. Heute gibt es in den Städten
wieder welche. Unter Mao Zedong flohen neben Intellektuellen auch viele
Teemeister nach Taiwan. In den chinesischen Familien ist die Teekultur
deshalb heute nur noch in rudimentärer Form erhalten.
Zubereitung
Die Experten der chinesischen Teekultur unterscheiden drei historische
Schulen der Teekunst: In der Tang-Phase wurde der Tee zusammen mit dem Wasser
aufgekocht, bis das Wasser die richtige Färbung annahm, wobei pulverisierter Tee
verwendet wurde. Da diesem Tee eine Prise Salz zugefügt wurde, heißt diese
Methode auch „Schule des gesalzenen Pulvertees“. Während der Song-Dynastie wurde
die Teekunst verfeinert, das Teepulver wurde nun mit heißem Wasser aufgegossen
und mit einem Bambusbesen schaumig geschlagen. Die Kunst der Teemeister bestand
darin, dass der Schaum so lange wie möglich erhalten blieb. Das nennt man die
„Schule der geschäumten Jade“. In der Ming-Phase wurden dann ganze Teeblätter
verwendet und es entstand die Zeremonie namens Gong Fu Cha oder Kung
Fu Cha功夫茶, die heute
noch im Süden Chinas und auf Taiwan zelebriert wird. Sie heißt auch die „Schule
des duftenden Blattes“. Dazu wird Oolong-Tee verwendet.
Teezeremonie
Für die Teezeremonie Gong Fu Cha reinigt der Teemeister zunächst die
Teeschalen und die Kanne mit heißem Wasser. Dann werden die Teeblätter in die
Kanne gegeben und mit heißem Wasser übergossen. Dieser erste Aufguss öffnet nur
die Blätter und mildert die Bitterkeit der späteren Aufgüsse - er wird sofort in
die Schälchen abgegossen und nicht getrunken. Er heißt "Aufguss des guten
Geruchs". Der Meister füllt das Kännchen ein zweites mal mit Wasser, lässt den
Tee etwa 10 bis 30 Sekunden ziehen und gießt den Aufguss dann in die Teeschalen,
und zwar "schichtweise", damit jeder Gast die gleiche Aufgussqualität erhält.
Das ist der "Aufguss des guten Geschmacks". Die Aufgüsse werden dann mit
demselben Tee mehrfach wiederholt, bei sehr guter Teequalität bis zu 15 mal
(Aufgüsse der "langen Freundschaft"). Dabei lässt man den Tee jeweils zehn
Sekunden länger ziehen als zuvor. Jeder Aufguss schmeckt anders. Da die
Teeblätter unmittelbar nach einem Aufguss nicht "weiterarbeiten" sollen, wird
der Tee meistens zunächst in eine zweite Kanne gegossen und aus dieser
eingeschenkt. In einer verfeinerten Variante der Teekunst wird der Aufguss
zunächst in Duftbecher gegossen und von diesen in die Trinkschalen; der
Teetrinker begutachtet dann das Aroma des Tees zunächst durch Riechen am
geleerten Duftbecher.
Regionale Vorlieben
Obwohl die meisten Chinesen grünen Tee trinken, gibt es gewisse Unterschiede.
In Peking ist der Jasmintee sehr beliebt, der hierzulande auch in vielen
Chinarestaurants angeboten wird. In der südchinesischen Provinz Fujian wird
schwarzer Tee getrunken. Die Tibeter benutzen so genannten "Ziegeltee", also
pulverisierten Grüntee, der mit Hilfe von Reiswasser zu Blöcken gepresst und
getrocknet wird. In dieser Form wurde der Tee zur Zeit der Tang-Dynastie in ganz
China verkauft. Der Block wird in einer Kanne aufgekocht und mit etwas Salz
gewürzt, zu Ehren von Gästen auch noch mit Yak-Butter. Mongolische Hirten in
Nordchina versetzen ihren Tee mit Milch und einer Prise Salz. In Südchina kennt
man auch die Zubereitung des Tees mit Früchten, der Gästen als Zeichen der
Ehrerbietung gereicht wird. In der Provinz Hunan wird der Tee für Gäste mit
gerösteten Sojabohnen, Sesam und Ingwerscheiben versetzt. Nach dem Leeren der
Schale werden diese Beigaben aufgegessen.
Yum Cha
Yum Cha (饮茶) ist
ein Begriff der Kantonchinesen (广东人)
und bedeutet wörtlich übersetzt „Tee trinken“. Er bezeichnet eine spezielle
Teemahlzeit, zu der verschiedene warme Häppchen serviert werden, die als Dim Sum
(点心) bekannt sind. Diese
Mahlzeit ist vor allem üblich in der Provinz Guangdong, in Hongkong und in Macau.
Es kann sich um einen Imbiss handeln oder um eine Hauptmahlzeit. Sie wird in
Teehäusern (茶楼) angeboten.
Doch heutzutage sind es meist große Restaurants (酒楼),
wo vor allem am Wochenende die Familie dort diese Mahlzeit als eine Art Brunch
eingenommen wird und mehrere Stunden dauern kann.
Teegeschirr
Ursprünglich bestand das chinesische Teegeschirr nur aus Teeschalen, gekocht
wurde der Tee in großen Kesseln, aus dem er dann mit Schöpfkellen eingeschenkt
wurde. Während der Song-Dynastie fingen die Gelehrten an, Tee-Utensilien als
kostbare Objekte anzusehen und zu sammeln, parallel zur Entwicklung der
Teezeremonie. Kulturhistoriker ziehen aus den vorliegenden Quellen den Schluss,
dass die Teekanne nicht in China eingeführt wurde, sondern in Europa, und zwar
analog zur aus dem Orient stammenden Kaffeekanne. Das soll im 17. Jahrhundert
geschehen sein. Die Kannen wurden aber zunächst in China produziert und nach
Europa exportiert, da die Kunst der Porzellanherstellung zu dieser Zeit in
Europa noch nicht bekannt war. Das änderte sich um 1710 mit der Gründung der
Porzellanmanufaktur in Meißen.
Die ältesten bekannten Teekannen, die nachweislich in China benutzt wurden,
waren nicht aus Porzellan, sondern aus rötlicher Keramik und wurden zur Zeit der
Ming-Dynastie in Yixing
宜兴
hergestellt. Einer der berühmtesten frühen Töpfermeister war Shi Dabin
时大彬, tätig in der zweiten
Hälfte des 16. Jahrhunderts. Von großer Wichtigkeit für die Entwicklung der
Yixing-Teekeramik war außerdem der Gelehrte und Regierungsbeamte Chen Mansheng
陈曼生 (1768-1822), der eng
mit verschiedenen Töpfern zusammengearbeitet hat und 18 unterschiedliche Formen
für Teekannen entworfen haben soll. Die zu seiner Zeit einsetzende
Massenproduktion lehnte er ab. Im 18. Jahrhundert wurde es Mode, die Teekannen
mit Kalligraphien und Zeichnungen zu verzieren. Die Kannen galten als Kunstwerke
und wurden von den jeweiligen Töpfern signiert. Zur Zeit des Kaisers Kangxi
wurden Teekannen auch emailliert oder mit Lackschichten überzogen, in die Muster
geritzt wurden.
Außerhalb Chinas erlangte vor allem Teegeschirr aus Porzellan Berühmtheit.
Das international bekannteste ist das Blau-Weiß-Porzellan, das in China Ching
Te Chen-Porzellan heißt. Die größte Porzellanmanufaktur hierfür gab es in
der Provinz Jianxi, in der Stadt Jingdezhen. Dieses Dekor entstand schon zur
Zeit der Yuan-Dynastie und wurde von Marco Polo erwähnt. Es wurde jedoch von
Anfang an auch für Essgeschirr benutzt. Das Monopol für den Export des
Porzellans besaß der Kaiser.
Nach dem Opiumkrieg verloren die Töpfer und Porzellanhersteller an Bedeutung.
Die Kulturrevolution bedeutete dann für einige Zeit das Aus für jegliches
Kunsthandwerk, da es als reaktionär galt. Hergestellt wurde nur noch einfache
Gebrauchskeramik. Ende der 1970er Jahre kam es dann zu einer Liberalisierung.
Soziale Bedeutung
Gäste werden in China zum Zeichen der Wertschätzung immer mit Tee bewirtet.
Diese Geste existiert bis heute auch noch innerhalb der Familien. Die jüngere
Generation bietet der älteren Tee an, um ihre Ehrerbietung zu zeigen. Die
Fähigkeit, guten Tee zuzubereiten, war früher auch ein wichtiges Kriterium bei
der Auswahl künftiger Schwiegertöchter. In den wohlhabenderen Familien der
Han-Chinesen zeigte die Teekanne den sozialen Status der Trinker an: Für die
Diener, Tagelöhner etc. gab es eine große Kanne aus Zinn, die in einem Holzeimer
mit Öffnung stand. Hielt man den Eimer schräg, floss der Tee heraus; so brauchte
man keine Teeschale. Eine kleinere Porzellankanne war für die Familie und Gäste
bestimmt. Das Familienoberhaupt und Ehrengäste tranken ihren Tee dagegen aus
Teeschalen mit Deckeln.
Tee spielt auch bei vielen Bräuchen eine wichtige Rolle als symbolische Gabe,
vor allem bei Hochzeits- und Verlobungsbräuchen. Die Verlobungsgeschenke der
Han-Chinesen heißen heute noch "Teegeschenke". Das geht auf die Song-Dynastie
zurück, als es üblich wurde, der Familie der auserwählten Braut Tee zu
überbringen. Der Heiratsvermittler hieß "Teedosenträger". In der Provinz Jiangsu
wurde der Bräutigam am Tag der Hochzeit von den männlichen Verwandten im Haus
der Braut mit Tee empfangen, wobei er drei Tassen zu trinken hatte, die der "Tee
des Türöffnens" genannt wurden. Dann durfte er auf die Braut warten. In der
Provinz Hunan gehörte Tee zur Hochzeitsfeier. Das Brautpaar bot reihum allen
Gästen Tee an als Zeichen der Wertschätzung, die sich wiederum mit
Geldgeschenken bedankten. Dann trank das Paar eine Tasse Tee "für die
Zusammenführung der Kopfkissen". Bei der Bai-Nationalität gehört ein Teeritual
im Schlafzimmer der Brautleute zu den Hochzeitsbräuchen. Das Paar bietet den
dort anwesenden Gästen dreimal hintereinander Tee an, zuerst bitteren, dann
gesüßten Tee mit Nusskernen und schließlich süßen Milchtee - zuerst bitter, dann
süß, dann ein Geschmack zum Nachdenken.
Von einer Schwiegertochter wurde früher auch erwartet, dass sie es verstand,
guten Tee zuzubereiten. Am Tag nach der Hochzeit hatte sie früh aufzustehen und
ihren Schwiegereltern Tee zu servieren. Und es war üblich, dass der älteste Sohn
oder die älteste Tochter einer Familie den Eltern jeden Morgen im Namen der
Kinder eine Tasse Tee brachte.
Warum sagen Japaner nicht, was sie wirklich denken?
Die besondere Bedeutung von „Vielleicht etwas schwierig!“ im Land der
aufgehenden Sonne: Kooperationen mit Japanern sind für Europäer nach wie vor
eine große Herausforderung
Japaner sagen „Ja“, wenn sie „Nein“ meinen und umgekehrt! Zumindest ist dies
eine der häufigsten Aussagen europäischer Manager mit Geschäftserfahrung im Land
der aufgehenden Sonne. Ihre Erfahrungen spiegeln das typische Bild eines
japanischen Geschäftsmanns wider – eine freundlich lächelnde Maske, die wenig
oder keine Gefühlsregung verrät. Was sich hinter der Fassade verbirgt, bleibt
für die meisten europäischen Geschäftsleute ein Rätsel.
Hat der japanische Kunde nun zugestimmt oder abgelehnt? Warum kann er sich
trotz intensiver Nachfrage nicht konkret äußern? „Solche Unsicherheitsfaktoren
und Unverständnis für das Verhalten des anderen verursachen häufig Frustration.
Sie können die Geschäftskommunikation stark belasten und sogar zu einem Abbruch
der Beziehung führen“, weiß Bernd K. Zeutschel, Inhaber und Geschäftsführer des
Seminarveranstalters Global Competence Forum. „Es ist bedauerlich, denn Japan
ist nach wie vor ein Markt mit erheblichen Potenzialen für europäische
Investoren. Doch allzu oft scheitern lukrative Geschäftsabschlüsse an
Missverständnissen und Unkenntnis der landesspezifischen
Geschäftsgepflogenheiten.
Die japanische Geschäftskultur unterscheidet sich erheblich von der
europäisch geprägten Denk- und Lebensweise. Daher kommt es besonders in Japan
stärker als in anderen Ländern darauf an, ein Verständnis für die Beweggründe
und die landestypischen Verhaltensregeln der Geschäftspartner zu entwickeln.
Beispielsweise basiert die deutschsprachige Kommunikation auf Sachlichkeit und
bietet keinen Platz für Emotionen und falsche Rücksichtnahme. Die Japaner
dagegen schätzen Indirektheit und absichtliche Ambiguität. Harmonie und Einklang
haben oberste Priorität. Selbst kleine Meinungsunterschiede gelten als peinlich
und bergen ein erhebliches Konfliktpotenzial. Wird ein Problem als „etwas
schwierig“ bezeichnet, ist dies bereits als Synonym für „das geht auf keinen
Fall“ zu werten.
Quelle:
openPR
The Flower Dream
LERNEN UND BILDEN
Wie den eignen Ton, gefügig, fein,
Findt der Künstler weder Farb noch Stein.
Der Welt vollkommne Form hier einzuprägen,
Ist nicht mit Gold und nicht mit Ruhm zu wägen.
Was liegt dem schöpferischen Menschen näher, als das eigene Wesen zu bilden
und zu formen, bis daraus ein schönes Werk der Kunst entsteht. Wem es aber
gelänge, von der Welt, als dem vollkommensten Produkte Gottes, einen
gelungenen Abguß zu fertigen, der hätte wohl das äußerste in der Kunst
vollbracht. Der Lernende versucht nun, sich Abdrücke von der Welt zu schaffen,
so viele als nur möglich, während der sich Bildende die Abdrücke auch
zueinander ordnet, daß ein ähnliches zusammenhängendes Bildnis entstehe. Bei
diesem “Abbilden” scheint die Person im Hintergrund und von weniger Bedeutung.
Wie aber das Wachs sich zuerst fügen muß, bis es selbst wieder bildende Form
sein darf, wie das Licht sich anbequemen muß, der Körper Farbe anzunehmen, um
Licht zu sein, so muß der Geist sich wie ein Schleier über die Dinge legen,
von ihnen seine Form empfangen, damit er allererst als Geist erscheinen kann.
Weil nur Ähnliches das Ähnliche erkennt, so wird auch nur das Göttliche
erkennen, wer seinen Geist ihm angenähert und soviel als möglich vom
Göttlichen darin abgebildet.